Japanese Whisky

Japanischer Whisky (Japanese Whisky)

Vielerorts wird der Japanischen Whisky als „vollmundig“ und „kräftig“ beschrieben, sicher sehr zutreffend aber so einfach ist es dann doch nicht. Spätestens seit Japanischer Malt Whisky seit den 2000-er Jahren permanent unter den Preisträgern bei internationalen Competitions zu finden ist und sogar der „Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013“ im Jahre 2014 zum weltbesten seiner Zunft gekürt wurde, nimmt man die Whiskykultur in Japan sehr ernst. Auch Blended Malts wie beispielsweise „Hibiki“ verdienen sich auch außerhalb des Landes „der aufgehenden Sonne“ derzeit sehr viel Anerkennung. Japanischer Whisky ist also ein absoluter Boom, was sich für den geneigten Konsumenten leider auch deutlich preislich niederschlägt. So verwundert es auch kaum, dass bei Whiskyauktionen auch schon mal bis zu 100.000 EURO für eine Flasche seltenen Japanischen Malt aufgerufen werden.

Die Tradition des Japanischen Whisky entwickelte sich aus der langen SAKE-Kultur und es waren zwei ehemals kooperierende Japaner und ihr Pioniergeist, die letztlich für die Gründung zweier inzwischen international agierenden Whiskykonzerne verantwortlich waren: Shinjiro Torii (Gründer von Suntory im Jahre 1899) und der in Schottland handwerklich ausgebildete Masataka Taketsuru (Gründer von NIKKA im Jahre 1934). Japanischer Whisky und voran der Malt Whisky orientiert sich sehr stark an den Vorbildern Schottlands, einige japanische Desillerien (z.B. Kariuzawa) haben sogar sämtliche Bestandteile aus Schottland bzw. Europa importiert, um teilweise in Handarbeit einen perfekten Malt Whisky zu kreieren nach dem Vorbild der großen Malts aus Schottland. Natürlich waren die japanische Akribie und das unbändige Qualitätsbewußtsein der Japaner dabei stets sehr hilfreich.

Aber auch ein Blick auf die Trinkkultur Japans lässt erklären, wieso diese Whiskies so intensiv und aromatisch angelegt sind. In Japan genießt man Whisky im Gegensatz zum Rest der Welt eher als Begleiter zum Essen, also nicht nur als Aperitif oder Digestif. Der Genuss alkoholischer Getränke ist in Japan meist stark gekühlt bzw. mit Eiswürfeln sehr verbreitet (z.B. „High Ball“ – ein überall erhältliches Whiskymixgetränk). Um gegen die „Kälte“ aromatisch bestehen zu können ist es notwendig, dass die Whiskyaromen stark und kräftig sind, denn bekanntlich gelten ja Eiswürfel als „Aromakiller“. Dadurch ist es zu erklären, dass die Aromen in japanischem Whisky mehr betont werden als beispielsweise bei den europäischen „Feintrinkern“ und so entstehen also mittlerweile „Aromabomben“ aus den führenden japanischen Destillen wie Yamazaki, Hakushu (beide Suntory) oder Yoichi, Miyagikyo (beide NIKKA) oder aber Kariuzawa (inzwischen nicht mehr aktiv) oder aber aktuell auch Chichibu (Venture Whisky), um nur die Bekanntesten zu nennen.

Seit einiger Zeit ist scheinbar Japan zu klein für die japanischen Großkonzerne, so ist Suntory beispielsweise Inhabern von Beam Suntory (Laphroaig, Bowmore…) und NIKKA seinerseits Inhaber der schottischen Ben Nevis Distillery u.a.m. Letztlich muss natürlich auch der steigende Konsum in Japan befriedigt werden, Whisky ist auch dort Hip!